Wallfahrtschronik der

Gemeinde Niedersteinbach

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Überblick:   Um eine Chronik zu erstellen sollte es nicht nur dabei belassen sein, daß man ab der Gründung eines Vereines alle nur möglichen Daten, Fakten und Bilder sammelt, sondern man sollte auch den Ursprung, die Beweggründe, zusätzliche Verknüpfungen und geschichtliche Hintergründe mit einbeziehen, denn dann erst ist die Möglichkeit gegeben, den Sinn in der Vereinsgründung zu verstehen. Ich habe versucht die wichtigsten historischen Daten zusammen zutragen und war selbst überrascht, daß die ein oder andere direkte Verbindung trotz unterschiedlichen Ansatzpunkten und Entfernungen zu finden waren.

Folgende Fragen stellt ich an die Erforschung des Waldürner Vereins:

    1. Wann wurde der Verein durch wen gegründet und warum eigentlich?
    2. Was bewegte die Gründer zu diesem Schritt und was wollten Sie erreichen?
    3. Wie war die Situation damals und was hat sich bis heute verändert?
    4. Wie kam es denn überhaupt zu einer Wallfahrt?
    5. Welchen Hintergrund hat die Fußwallfahrt nach Walldürn?
    6. Was bewegt die verschiedensten Menschen sich daran zu beteiligen?
    7. Unter welchen politischen

Anno 1300 Während man an den Universitäten des Mittelalters Wissenschaft und christliche Prinzipien "Körper, Geist und Seele" in Eiklang bringen wollte. Regierte in weiten Kreisen der Bevölkerung noch tiefer Aberglaube. Viele Menschen fürchteten sich vor Hexen und vertrauten der Macht von magischen Beschwörungsformeln. Den allgegenwärtigen Tod vor Augen, brachten sie Ärzten und ihren Künsten nur wenig Vertrauen entgegen.

Anno 1325 "Ersterwähnung von Niedersteinbach. Die Rienecker gaben das Dorf Nsteinbach als Unterlehen an die Herren von Büdingen, dieses Dorf befindet sich im Reichsritterschhaftlichen Landgericht Krombach.

Anno 1330 "Das Wunder des heiligen Blutes" In Franken geschah durch Gottes Eingreifen ungefähr um das Jahr 1330 eine besonderes bemerkenswertes Wunder des Hl. Blutes. In Dürn .... feierte im Heiligtum des hl. Georg ein Priester namens Otto Heinrich das unblutige Opfer der hl. Messe. Da er aber etwas nachlässig und unaufmerksam die so große Handlung vollzog, stieß er nach der Wandlung den konsekrierten Kelch um. Die Gestalt des Weines ergoß sich auf das darunter liegende Korporale und zeichnete so rot wie Blut, das Bild des Gekreuzigten, umgeben von elf "Veronicae" (Veronikahäupter) - so heißen nämlich im Volksmund solche Abbildungen - die das hl. Haupt Christi mit Dornen umwunden zeigen. Obwohl es nicht an Augenzeugen fehlte, verbarg der Priester voll Schrecken jenes Leinentüchlein im gleichen Altar. Erst kurz vor seinem Tod bekannte er das Geheimnis des "blutigen Korporales".

Anno 1500 "Erste Wallfahrtsblüte"Auf die Kunde von dem wunderbaren Geschehen in Walldürn, wurden Wallfahrten abgehalten die im Jahre 1500 die erste Wallfahrtsblüte erlebten, zunächst aber nur aus der nähren Umgebung von Walldürn.

Anno 1521 bis 1553 "Glauben und Mut verloren" Bauernkrieg und Pest die ganze Familien ausrotteten und viele Dörfer und Städte weitgehend entvölkerten, änderten das Verhältnis der Menschen zum Tod. Das alltägliche Grauen ließ viele von ihnen abstumpfen und angesichts des Massensterbens verloren die meisten die Ehrfurcht vor den Toten. Leichen lagen am Wegesrand oder wurden auf Karren in Massengräber außerhalb der Stadtmauern gebracht; feierliche Begräbnisse waren in dieser Zeit seltene Ausnahmen. Al dieses und die nachfolgende Reformation brachten die Wallfahrten aus der Umgebung zum erliegen. Die Lehre Martin Luthers fand alsbald viele Anhänger und lies viele an der alt herkömmlichen Lehre zweifeln.

Anno 1586 "Neuaufbau der Wallfahrt durch die Jesuiten" Dank der eifrigen Tätigkeit der Jesuiten im Umkreis des Odenwaldes und des Spessarts wurde die allgemeine Wallfahrtsbeteiligung geweckt. Die treibende Kraft in Walldürn war der aus Aschaffenburg stammende Pfarrer Jost Hoffmann, genannt Magister Jodocus Hoffius. Er blieb 42 Jahre am Ort und schuf zwischen 1586 und 1628 die Grundlagen der heutigen großen Wallfahrt.

Anno 1618 "1. Wallfahrt von Aschaffenburg aus" Aus dem Jahr als der 30 jährige Krieg begin ist die erste Wallfahrt aus Aschaffenburg notiert. Mit der Tätigkeit des Aschaffenburger Pfarrers Jost Hoffmann in Walldürn kam vermutlich die Verbindung der Aschaffenburger zu Walldürn und gilt als die älteste Wallfahrtsprozession. Die Wallfahrt wurde bei Wind und Wetter wie auch bei praller Sonnenhitze begangen. In Miltenberg wurde übernachtet. Ab 1618 wurde für die Rückkehr auch der Wasserweg per Schiff genutzt, woran die Aschaffenburger Prozessionen bis in 19. Jahrhundert festhielten.

Anno 1630 "Kloster Engelberg wird erbaut" Da die Zahl der Wallfahrer immer größer wurde, berief 1630 der Mainzer Erzbischof und Kurfürst Anselm Kasimir von Wambold, die Kapuziner auf den Engelberg und ließ ihnen ein Kloster bauen.

Anno 1634 "Die Pest kehrt zurück" Die Pest kehrt zurück und wütet in dem vom Krieg ohnedies versehrten Land schlimmer als je zuvor. Die Zahl des Schwarzen" Totes" war achtmal so hoch wie die Geburten.

Anno 1648 "Ende des 30 jährigen Krieges und Beginn der Kahlgrund-Wallfahrt" Namen wie Sonnnenkönig Ludwig XIV; Kardinal Richelieu und Albrecht von Wallenstein, um nur einige zu nennen, prägten diese Epoche. Deutschland war nach dem Dreißigjährigen Krieg niedergeschlagen. Viele Städte waren zerstört, weite Teile des Landes verwüstet, von 18 Millionen Deutschen lebten nur noch 4,5 Millionen und fristeten ein klägliches Dasein. Durch diesen Krieg und der verheerenden Pest, wurden viele Orte im Kahlgrund bis auf wenige Haushalte oder manchmal auch nur einzelne Personen ausgerottet. In Erinnerung an diese schreckliche Zeit gelobte man in den Pfarreien des Kahlgrundes an jedem Jahr, Montags und Dienstags nach Fronleichnam zum Wallfahrtsort Walldürn zu pilgern.

Anno 1720 "Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation"

Anno 1728 "Einweihung der Wallfahrtskirche" Die Einweihung der Walldürner Wallfahrtskirche am 01.11., konnte infolge einer Krankheit Fürstbischof Lothar Franz v. Schönborn nicht vornehmen, diese feierliche Handlung wurde vom Mainzer Weihbischof Kaspar Schnernauer ausgeführt.

Anno 1746 "Erste Wallfahrten aus dem Kahlgrund werden erwähnt"

Anno 1814 "Wir kommen zu Bayern" Am 02. und 03.06.1814. Die bayerisch- östereichischen Verträge von Paris sehen vor, daß Tirol und Voralberg an Österreich, Würzburg und Aschaffenburg an Bayern fallen. Es war die Zeit von Napoleon in der wir Kahlgründer Bayern wurden.

Anno 1828 "Schematismus" Das Dorf Niedersteinbach ist eine Filiale von Krombach, Entfernung zur Mutterkirche 1 Stunde zu Fuß; Pfarrer ist Sr. Gregor Ziegler. Das Dorf Brücken ist Filiale von Mömbris, Entfernung zu Mutterkirche ¾ Stunde zu Fuß; Pfarrer ist Sr. Johann Nepomuk Schell. In diesem Jahr übernahmen auf Anordnung des König Ludwig I. die Franziskaner der bayerischen Provinz Kloster und Wallfahrtsseelsorge auf dem Engelberg.

Anno 1829 "Links und Rechts der Kahl wächst zusammen" Niedersteinbach kommt zur Pfarrei Mömbris, vorher gehörte das Dorf zur Pfarrei Krombach. Politisch ist das Dorf Niedersteinbach seit 1818 eine eigenständige Gemeinde.

Anno 1898 "Kahlgrundbahn" Mit dem Bau der Kahlgrundbahn vor 100 Jahren, beginnt die Industrialisierung des Kahlgrunds und bringt mit der Zigarrenproduktion und Perlenstickerei neue Verdienstmöglichkeiten für die hiesige und sehr ärmliche lebende Bevölkerung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anno 1945

Gemäß der höchsten Gesetzgebung für das gesamte Deutsche Reich die SHAEF-Gesetze der Siegermächte, ist alles was dem Deutschen Reich und dem Deutschen Volk gehört durch die Alliierten beschlagnahmt, bis zum erst noch kommenden Friedensvertrag, der nur mit dem Deutschen Reich abgeschlossen werden kann.

Anno 1900 "Post" Im Ort wird eine Posthilfstelle eröffnet, der erste Posthilfstellenleiter ist Georg Hofmann. Seit 1880 wird die Post von Alzenau mit einer Postkutsche angeliefert oder abgeholt.

Anno 1914 "1. Weltkrieg beginnt" Am 01. August, beginnt der 1. Weltkrieg mit der Kriegserklärung des Deutschen Reiches an Rußland. Kaiser Wilhelm II. und Reichskanzler Bismarck sind Namen aus dieser Epoche. Der feige Mord in Sarajewo an dem österreichischen Thronfolgerpaar wir als Kriegsauslöser bezeichnet.

Anno 1918 "Ende des 1. Weltkriegs" Am 11. November wird durch den Waffenstillstand der 1. Weltkrieg beendet.

Anno 1922 "Stromversorgung" Nsteinbach und Brücken werden mit Strom versorgt.

Anno 1926 "Wallfahrtsverein Mömbris wird gegründet"

Anno 1929 "Kauf einer Notkirche" Eine Notkirche die im 1. Weltkrieg als Rotkreuzbaracke diente wird für 4.000 Reichsmark in Damm gekauft. Mit Leiterwagen und Gerüstwagen werden die Teile durch den "Kahlmüller", Adolf Jung (Vater von Alois Jung), Ewald Brückners Vater, Gastwirt Heiniger und von Hannes Kern (Vater von Kern August) nach Niedersteinbach gebracht.

Anno 1930 "Grundstock zu einer eigenen Pfarrei" 31. August erstes Meßopfer in der St. Josefskirche zu Niedersteinbach durch Dekan Seybold. Damaliger und erster Kaplan ist Eberhard Pfirrmann. Der Abzug der letzten alliierten Besatzungstruppen prägten die Epoche der jungen Weimarer Republik.

Anno 1939 "Der 2. Weltkrieg beginnt" Am 01.09.39 beginnt der 2. Weltkrieg durch den Blitzkrieg gegen Polen.

Anno 1945 "Ende des 2. Weltkriegs" Keine Eintragungen in Walldürn. Ab diesem Jahr können die Verstorbenen von Brücken und Nstbach auf dem eigenen Friedhof beerdigt werden, vorher wurden sie in Mömbris beigesetzt. 07. und 08. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation und Ende des grausamsten und menschenverachtensten Krieg. Ab Juni die Übernahme der Staatsgewalt durch die 4 Besatzungsmächte. 1945 bis 1948 die wichtigste Zeit der Endnazifizierung.

Anno 1948 "Johannes Schmutzer kommt" Nach Ostern zum Weißen Sonntag dieses Jahres, löst Johannes Schmutzer (geboren in Purschau im Sudetenland) als Nachfolgeseelsorger, den scheidenden ersten selbständigen Seelsorger Ludwig Mühlfeld ab. Josef Jung (Nstbach) wird ab diesem Jahr Küster als Nachfolger von Johannes Deller (Nstbach). 23.08. Als Tochterkirchenstiftung St. Wendelinus wird Niedersteinbach und Brücken zu einer Expositur-kaplanei errichtet. Tausende Soldaten werden noch vermißt oder sind noch in Gefangenschaft. Überall in unserem Bereich entstehen Kasernen der Besatzungsmächte. Im Juni findet die Währungsreform statt.

Anno 1949 "Gründungsjahr und erste Wallfahrt"

Im Jahre 1949, als das Grundgesetz (am 23.05) der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland in Kraft tritt, trafen sich der damaligen Kaplan von Niedersteinbach, Johannes Schmutzer sowie Karl Kress (bis 1948 2. Küster) und Rosa Brückner (derzeitige Pfarrhaushälterin) auch gut bekannt unter dem Namen "rote Rosa", zusammen um für die Kaplanei Niedersteinbach einen Wallfahrtsverein zu Gründen. Hauptinteresse war, unter Eigenregie für die Pilger eine günstiger Wallfahrtszeit zu wählen, wie es bei der Mömbriser Pfarrei seit gedenken durchgeführt wird. So legte man sich auf den Samstag und Sonntag nach Fronleichnam fest. Nachdem für die kurzfristig geplante und diesjährige Wallfahrt keine Blutsfahne vorhanden war, wendete man sich an die Mutterpfarrei nach Mömbris. Da der damalige Pfarrer Weipert dieses Vorhaben aber ablehnte, ging man an die Dörnsteinbacher Pfarrei, die sofort bereit war den Niedersteinbachern zu helfen. So geschah es dann, daß die 51 Pilger aus Niedersteinbach und Brücken ihre Wallfahrt nach Walldürn mit der geliehenen Blutsfahne der Dörnsteinbacher begingen, begleitet durch den (damaligen Musikverein) Michelbach-Niedersteinbach. Noch im gleichen Jahr wurde eine eigene Blutsfahne auf Darlehen gekauft.

Die erste Wallfahrtsstreckenbeschreibung wurde wie folgt übermittelt:

Mit dem Zug ging es von hier nach Kahl weiter nach Kleinheubach, dort mit der Fähre über den Main. Als Prozession liefen die Pilger durch Großheubach bis zu den Stufen am Engelberg. Nun ging es die 365 Stufen hoch ins Kloster Engelberg um dort Beichte und Messe zu halten. Etwa ab 9.30 Uhr setzte sich die Pilgerschar Richtung Walldürn in Bewegung, durch Miltenberg, die Steige hoch, an die Geisenhöfe, um schließlich in Walldürn zwischen 17 und 17.30 Uhr einzulaufen. Quartierprobleme gab es zur damaligen Zeit überhaupt noch nicht, da die Pilgerschar noch unter 100 Personen war.

In Richtung Heimat ging es mit dem Zug über die Zwischenstation Miltenberg nach Aschaffenburg. Nach einer Stunde Aufenthalt pilgerte man über Johannisberg (1 Stunde Pause) nach Nstbach. In der Mömbriser Kirche wurde auch eine Zwischenstation eingelegt, von hier wurden die Pilger aus den umliegenden Ortschaften verabschiedet.

24. Juni 1949 -Niedersteinbach und Brücken werden zur Tochterkirchengemeinde der Mutterpfarrei Mömbris ernannt. 1. Pilgerführer: Karl Kress (Brücken) 2 Jahre; 1949 und 1950     Blutsfahnenträger: Walter Betschler (Brücken) 2 Jahre; 1949 und 1950

Anno 1950 Während der diesjährigen Wallfahrt wurden Spenden gesammelt, um eine Blutsfahne kaufen zu können. Brücken und Niedersteinbach werden zu einer Seelsorgestelle zusammengefaßt und als Expositur kirchl. Und staatlich unter das Patronat des Hl St. Wendelinus gestellt. Zum ersten Expositus ist Kaplan Johannes Schmutzer bestellt.

Anno 1951 "Neuer Pilgerführer" 2. Pilgerführer: Walter Betschler (Brücken) 2 Jahre; 1951 und 1952               Blutsfahnenträger: Walter Betschler 2 Jahre; 1951 und 1952 Währen der diesjährigen Wallfahrt wurden Spenden gesammelt, um eine Blutsfahne kaufen zu können. Durch die große Opferbereitschaft der Einwohner entsteht das Kaplaneihaus oder Pfarrhaus oberhalb der Josefskirche in der Glockfeldstr.

Anno 1952 "Nachweislich erste Eintragung in Walldürn", 14.06.52; 192 Pilger aus Niedersteinbach-Brücken. Die erst in diesem Jahr gekaufte Blutsfahne, war eine sehr einfache - einer Standarte ähnelnden Fahne -, klein und primitiv mit der Aufschrift Niedersteinbach - Brücken. (gemäß Erklärung von J. Schmutzer).

Anno 1953 "Neuer Pilgerführer"  3. Pilgerführer: Hugo Bozem 6 Jahre; von 1953 bis 1958             Blutsfahnenträger: Hugo Bozem 2 Jahre; 1953 und 1954

Anno 1955 "Zweite Blutsfahne" Da die erste Blutsfahne klein und primitiv war, kaufte man in diesem Jahr eine zweite aber größere Blutsfahne, leider vergaß man in den nächsten Jahren auf das Wetter zu achten aber auch die künstlichen Blumengebinde, die teilweise aus Metall bestanden, erzeugten alsbald Rostflecken auf dem Tuch. Neue Blutsfahnenträger: Richard Brückner (Nstbach) 1955 und 1956, Ludwig Grünewald (Nstbach) 1955 und 1956

Anno 1956      Zum Bau der Wendelinuskirche wird ein Kirchenbauverein gegründet.

Anno 1959 "Neuer Pilgerführer"    4. Pilgerführer: Otto Bozem (Brücken) ("Bierhauer") 13 Jahre; von 1959 bis 1971

Anno 1960      Neue Blutsfahnenträger: Hugo Wissel und Karl Wissel, einige Jahre. 03. Mai, Baubeginn der neuen Kirche. 04. September, Grundsteinlegung durch Baufirma Josef Kraus, Daxberg. In diesem Jahr wir nach dem Weißen Sonntag die St. Josefskirche abgerissen. Am 04. September war dann auch schon die Grundsteinlegung zur neuen Wendelinuskirche. Die Weihe führte Dekan Schulz durch.

Anno 1961 "Weihe der neuen St. Wendelinuskirche" 08. Oktober, die neue Wendelinuskirche wird durch Bischof Dr. Josef Stangl und Kaplan Schmutzer geweiht.

Anno 1962 "Pfarrei Niedersteinbach und Brücken" 11. März, die Expositur Niedersteinbach wird zur Pfarrei mit dem Schutzpatron St. Wendelinus ernannt. Pfarrer Schmutzer wird erster Pfarrer der neuen Pfarrei. Der damalige Pfarrer von Mömbris, Pfarrer Krebs hatte großen Anteil an der Verwirklichung der eigenständigen Pfarrei Niedersteinbach. Im gleichen Jahr wird die Walldürner Pfarrkirche zum Hl. Georg durch den Papst Johannes XXIII. Zur Basilika minor erhoben.

Anno 1966 "Dritte Blutsfahne" Nachdem die zweite Blutsfahne durch Wettereinflüsse nicht mehr zu gebrauchen war und gerade 11 mal die Wallfahrt begleitete, kaufte man eine neue Fahne, die auch in diesem Jahr gleich geweiht wurde. Diese handgestickte Blutsfahne wurde in Würzburg über das Paramentengeschäft Burri gekauft und begleitet heute noch unsere Wallfahrt (heuer 33 Jahre). Ab diesem Jahr begleitete Josef Hofmann den Blutsfahnenträger Otmar Wissel einige Jahre. Als Ersatz für Karl Wissel kam noch Josef Wissel hinzu.

Anno 1970 "Erste Gesamtstreckenwallfahrt" In diesem Jahr pilgern zum ersten male 9 Personen die gesamte Strecke von Niedersteinbach aus, nach Walldürn. Am Fronleichnam Abend geht die Gruppe los, die Nacht durch und am Freitag Nachmittag kommen sie in Großheubach im Kloster Engelberg an. Am Samstag früh geht es mit der Gesamtwallfahrt bis Nachmittags nach Walldürn (Gesamt 96 km). Da mir bis heute keine Unterlagen der Jahre vor 1975 vorlagen konnte ich auch keine Angaben über die Personenzahl der Gesamten Pilgerschar machen. Aus Erzählungen und Gespräche sowie einigen sehr wenigen Bildern, war aber in den ganzen Jahren zuvor die Wallfahrtsbeteiligung mit ca. 150 Pilgern zu notieren.

Anno 1971  12 Gesamtstreckenwallfahrer und ca. 150 Pilger ab dem Engelberg.

Anno 1972 "Neuer Pilgerführer" 5. Pilgerführer: Ludwig Grünewald (Nstbach) 25 Jahre; von 1972 bis 1996. 12 Gesamtstreckenwallfahrer und ca 200 Personen ab dem Engelberg. Mitglieder ca. 80 Personen, Musikverein Gunzenbach begleitet schon seit ca. 1952 die Wallfahrtgruppe. Rückfahrt der Pilger aus Walldürn nicht mehr mit dem Zug sondern wie bei der Hinfahrt mit Bussen. Ab diesem Jahr werden die Pilger bis nach Johannesberg gefahren um von dort wie immer zu Fuß zurück zu pilgern.

Anno 1975 "Mitgliederwerbung, bringt 270 Vereinsmitglieder" Werbeaktion für Mitglieder: Nun besteht der Verein aus 270 Mitgliedern auf den ganzen Kahlgrund verteilt. 16 Gesamtstreckenwallfahrer und 272 Pilger ab dem Engelberg.

Anno 1978 "Konrad Frohmüller heißt unser neuer Pfarrer" 29. Oktober, Pfarrer Schmutzer (Gründer des Vereins) geht in den verdienten Ruhestand, Nachfolger wird Pfarrer Frohmüller. Ab diesem Jahr löst auch Maria Hahn als Pfarrhaushälterin, Anna Vogt ab. 37 Gesamtstreckenwallfahrer und 292 Pilger ab dem Engelberg; 18 Musiker begleiten die Wallfahrt.

Anno 1979 "Erstes Gebets- und Liederbuch" Erstes Gebets- und Liederbuch ersetzt das vorhergehende Flugblatt. Die Rückkehr der Pilger mit Bussen ging nach Heimbach und sollte bis ins Jahr 1996 so beibehalten werden. 42 Gesamtstreckenwallfahrer und 309 Pilger ab dem Engelberg; ca. 17 Musiker begleiten die Wallfahrt.

Anno 1980 "Stärkste Wallfahrtsbeteiligung, 406 Pilger". Es ist (und wird sie bleiben) die größte Pilgerbeteiligung in der Vereinsgeschichte,  45 Gesamtstreckenwallfahrer und 406 Pilger ab dem Engelberg; 17 Musiker begleiten die Wallfahrt.

Anno 1982 "Erstellung der Chronik" In der Jahreshauptversammlung wurde beschlossen daß eine Chronik erstellt wird, hierfür konnte man Erhard Lorenz gewinnen.  42 Gesamtstreckenwallfahrer und 320 Pilger ab dem Engelberg; 17 Musiker begleiten die Wallfahrt.

Anno 1983 "Erstmals Musikbegleitung der Ganzläufer" In diesem Jahr begleitet zum ersten male eine Musikergruppe die "Ganzläufer", somit werden auch die Walldürner Musiker gegründet, vorher waren es die Gunzenbacher gemischt mit den Krombachern. Da der Gesang der letztjährigen Wallfahrt unter die Kategorie Schlecht viel, beschlossen Annemarie Rada, Armin und Thomas Grünewald, Mathias Röll und Arnold Kemmerer die Wallfahrt mit Musik zu begleiten. Das erste Lied: "In dieser Nacht" war ein totaler Einbruch, aber wen stört das schon. 39 Gesamtstreckenwallfahrer und 305 Pilger ab dem Engelberg; 7 Musiker begleiten die Wallfahrt bei der gesamten Strecke und ca 17 Musiker ab dem Engelberg.

Anno 1985 "Erster Beteiligung eines Geistlichen bei den Ganzläufern" Die Chronik erhält ihr Fundament. Die Wallfahrt wird das erste mal auf der ganzen Strecke durch eine Geistlichen betreut, Pater Leonard Kisch, der seit diesem Jahr auch uns als Pfarrer betreut. Der erste Besuch einer Gemeinderatsabordnung aus Walldürn bei uns. 68 Gesamtstreckenwallfahrer und 305 Pilger ab dem Engelberg; 15 Musiker begleiten die Wallfahrt bei der gesamten Strecke und 26 Musiker ab dem Engelberg.

Anno 1986 "Halleische Komet, Tschernobyl"  27. Juni, 50 jähriges Priesterjubiläum von Johannes Schmutzer a.D. 83 Gesamtstreckenwallfahrer und 325 Pilger ab dem Engelberg; 16 Musiker begleiten die Wallfahrt bei der gesamten Strecke und 27 Musiker ab dem Engelberg. Die bisher schrecklichste bekannt gewordene Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Nur alle 85 Jahre hat die Erde näheren Kontakt mit dem Halleischen Komet. 60 jähriges Jubiläum der Wallfahrt Mömbris.

Anno 1990 "Neues Wallfahrtsbüchlein; Wiedervereinigung" 80 Gesamtstreckenwallfahrer und 308 Pilger ab dem Engelberg; 10 Musiker begleiten die Wallfahrt bei der gesamten Strecke und 18 Musiker ab dem Engelberg. Das neue Wallfahrtsbüchlein ist ein großer Erfolg und erleichtert den Ablauf sehr, die Nachfrage ist groß. Besonders sei hierbei die Computerarbeiten von Conny und Erhard Lorenz zu erwähnen, vergessen darf man aber nicht das auch ein tolles Arbeitsteam mitarbeitet. In diesem Jahr finden wir die Bestätigung, unser Verein besteht schon seit 1949. Im Tischtennis zum dritten mal Orstpokalsieger.

Am 17.07.1990 ist die BRD "de jure" untergegangen, die SHAEF-Gesetzgebung ist im vollen Umfang in Kraft
Am 03.10.1990 wird den Bürgern auf der ganzen Welt eine Wiedervereinigung Deutschlands vorgegaugelt.

Anno 1994 "25. Gesamtstreckenwallfahrt und 1200 Jahre Walldürn" 85 Gesamtstreckenwallfahrer und 248 Pilger ab dem Engelberg; 12 Musiker begleiten die Wallfahrt bei der gesamten Strecke und 23 Musiker ab dem Engelberg. 45 jahriges Vereinsbestehen, dank den Mini's eine runde Sache. Heuer ist auch die 25. Ganzstreckenwallfahrt. Der Mitgliederstand liegt bei 280 Personen. Unser vorerst letzter Pfarrer Leonard Kiesch verläßt unsere Pfarrei. Walldürn feiert 1200 Jahre und Pater Wigbert seinen 70 ten Geburtstag desweiteren erhält er die Ehren-bürgerschaft von Walldürn. Es war die letzte Wallfahrt für Pater Leonard in unserer Pfarrei.

Anno 1995 "Die ersten 25 iger" 80 Gesamtstreckenwallfahrer und 250 Pilger ab dem Engelberg; 20 Musiker begleiten die Wallfahrt bei der gesamten Strecke und 33 Musiker ab dem Engelberg. Dieses Jahr pilgern die ersten das 25 te mal die ganze Strecke nach Walldürn, es sind Karl Kampfmann, Emil Kern, Werner Hahn und Ludwig Grünewald. Die Musiker sind mit 33 Teilnehmern so stark wie nie vertreten. Pfarrer Kilb begleitet unsere Wallfahrt. Pater Wigbert begrüßt unsere Wallfahrt zum letzten mal.

 Anno 1996 "Ludwig Grünewald 25 Jahre Pilgerführer" Pater Gebhard Maulhardt (neuer Wallfahrtsleiter) begrüßt 230 Pilger inkl. 23 Musiker in Walldürn. Die Ganzstrecken- Wallfahrt pilgerten 86 Personen inkl. 18 Musiker. Ludwig ist das 25 te Jahr Pilgerführer und möchte dieses Amt im nächsten Jahr an seinen Stellvertreter übertragen.

Anno 1997 "Neuer Pilgerführer" 6. Pilgerführer: Jakob Papachristanthou (Brücken) von 1997 bis heute 76 Gesamtstreckenwallfahrer und 212 Pilger ab dem Engelberg; 19 Musiker begleiten die Wallfahrt bei der gesamten Strecke und 20 Musiker ab dem Engelberg. Die Rückkehr der Pilger mit Bussen ging ab diesem Jahr zum ersten male zur Hohler Grotte, von dort wurde weitergepilgert, über Gunzenbach mit Aufenthalt in der Kirche und schließlich über Rappach, Strötzbach in die Heimatgemeinde nach Niedersteinbach.

Anno 1998 "50. Wallfahrt nach Walldürn"  Die diesjährige Wallfahrt fand vom 11. Juni (Fronleichnam) bis 14. Juni statt. Am Donnerstag Abend 20.30 Uhr verläßt eine 85 köpfige Pilgergruppe mit 18 Musikern die St. Wendelinuskirche, um zu Fuß nach Walldürn zu Pilgern. Es ist Samsatg, 15.45 Uhr als die "Große Wallfahrt mit 202 Pilgern, darunter 20 Musikern in Walldürn ankommt. Heute am 19.Juli 1998 feiern wir die 50. Wallfahrt und sind stolz auf einen Verein von 352 Mitgliedern, der es bestens Verstand die Wallfahrt in seiner ursprünglichen Tradition und Form so zu erhalten, daß die Eigenart unserer Wallfahrt darin besteht, nach, sagen wir einmal "altmodischem Modell" während dem gesamten Ablauf, das Gebet immer wieder als die wichtigste Eigenschaft darzustellen. So eigenartig es für die Kritiker dieser Wallfahrt klingen mag, aber Personen aus den verschiedensten Orten des Kahlgrundes, oder aus anderen Fußwallfahrten, finden immer wieder zu uns, gerade wegen diesen Eigenschaften.

Anno 2008 / Sonntag, den 02. März / Das letzte mal in der Geschichte der BRD-GmbH in der sich die Gemeinde Niedersteinbach den Wahlbetrug bezüglich einer "Gemeinderatswahl" aus den letzten 60 Jahren eines Wirtschaftsgebietes gemäß Grundgesetz Art 133 gefallen lassen muß. "Unwissenheit schütz nicht vor Strafe"
Mehr zur Warheit ist zu finden unter http://www.bin.buergergrill.de bzw. unter http://buergergrill.de

Diese Chronik wurde erstellt von Erhard Lorenz, zum Anlaß der 50. ten Wallfahrt nach Walldürn im Jahre 1998
und aus aktuellem Anlaß, 10 Jahre später ergänzt bzw. korrigiert.